Freitag, 24. August 2007

Meteor

Erweitern wir also das Rezensionspektrum dieses Blogs:



DAN BROWN

Spätestens seit Sakrileg und dessen Verfilmung (The DaVinci Code) dürfte dieser Autor weltweite Bekanntheit erreicht haben und wird als ein "zweiter Tom Clancy" gehandelt.
Dessen Vorgänger

METEOR

habe ich mir nun zu Gemüt geführt.
Dan Brown erschafft in seinem Polit-Thriller ein fast reales Szenario voller Korruption, Intrigen, Verwirrespielen, Explosionen und Mordanschlägen und das alles im Geheimdienst- und Politiksumpf der USA. Ein passender (und für das Buch durchaus schmeichelhafter) Vergleich wäre wohl das Storyboard einer Folge 24.
Zum Inhalt:
In Washington stehen die Wahlen vor der Tür. In den Umfragen liegt der Herausforderer weit vorne, dessen Wahlkampf komplett auf Angriffen gegen die NASA beruht, welche er als Steuerloch enttarnt hat.
Doch genau in dieser heißen Phase entdeckt die NASA in Grönland einen Meteor, der Fossilien außerirdischen Lebens enthält (keine Aliens, sondern große Kellerassel). Um die Glaubwürdigkeit zu untermauern ruft der amtierende Präsident unabhängige Experten(u.a. ein TV-Wissenschaftler, einen Astrophysiker und eine Geheimdienstanalytikerin) hinzu, die den Fund bestätigen sollen. Auf den ersten Blick scheint der Fund echt und die Experten sind begeistert, bald jedoch finden sich unerklärliche Zeichen und bei weiteren Nachforschungen erhärtet sich der Verdacht, dass der Meteor nicht auf natürlichem Weg ins Eis gelangt ist. Im Moment der Erkenntnis taucht auf ein Mal eine mysteriöse Delta-Force Einheit auf und versucht die Wissenschaftler umzubringen. Eine rasante Verfolgung beginnt.

Allein schon an der Storyline dürften die Parallelen zu 24 deutlich werden. Wie auch in der Serie erzählt der Autor aus allen Perspektiven. Wodurch sich keine 100%ige Einteilung in "Gut" und "Böse" vornehmen lässt, da niemand vom Autor "gesichtslos" bleibt und man die Beweggründe jedes Akteurs kennen lernt.
Dieser stetige Perspektivenwechsel, gerade an den dramatischsten Cliffhangern, wird gnadenlos als Spannungsmittel benutzt und zwingt den Leser dazu weiterzulesen.
Natürlich schöpft Dan Brown auch ansonsten die Kulisse voll aus: Explosionen, High-Tech Spielzeug, Wortgefechte und überraschende Wendungen werden, wie in Hollywood Blockbustern, nicht gerade auf Sparflamme gestreut.
Doch gerade der letzte Punkt gelingt dabei nicht immer. Zu offensichtlich wird der Leser auf eine falsche Fährte gelockt, als aufmerksamer Leser lässt sich sofort der Umkehrschluss ziehen. Das kann man definitiv besser machen.
Trotzdem ein lesenswertes Buch, -vorallem für alle die Freude an 24, Tom Clancy oder Ähnlichem haben- das man nur schwer wieder aus der Hand legt bevor alles vorbei ist.

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